
Bin zwar schon ein Zeiterl in mywoman.at registriert, lese aber hauptsächlich in den verschiedensten Blogs und bin fasziniert von der Vielfältigkeit der Geschichten.
Heute ist es aber wieder einmal soweit, ich stelle eine "Story" ein und brauche die Meinung und vor allem Erfahrungen anderer als Unterstützung, Hilfe, "Trost" etc.
Prinzipiell bin ich ein positiv gestimmter, fröhlicher Mensch, der das Leben in vollen Zügen genießt und versucht, jedem Tag etwas abzugewinnen. Eine meiner positiven Eigenschaften ist es, jeden Tag zu genießen, ob es nun der Alltag ist (den ich auch spannend finde) oder was sonst so im Leben "daherkommt".
Nun habe ich das erste Mal in meinem Leben eine Krise, aus der ich hoffe, auch wieder unbeschadet heraus zu finden.
Und vielleicht gibt es ja jemanden, der ähnliche Erfahrungen gemacht hat und sie mit mir teilen will.
Im Februar 2007 entdeckte ich selbst einen Mini-, Miniknoten (leider nicht gutartig) in meiner Brust, wurde operiert, und die Diagnose war eine sehr gute: es war so miniklein, dass es mit der Operation erledigt war.
Routinemäßig wurde ich bestrahlt, ich fühlte mich sehr gut, ging währenddessen normal arbeiten, da ich überhaupt nicht beeinträchtigt war.
Überhaupt "funktionierte" ich ganz normal weiter, und jeder dachte sich: "Das macht sie schon".
Bei allen Kontrollen wurde mir immer wieder von allen Ärzten versichert, welch großes Glück ich hatte (oder war es Schicksal?!).
Ich dachte mir, dass es mir psychisch doch nicht immer nur gut gehen kann, sondern dass ich dieses Ereignis, das ja eine Zäsur im Leben darstellt, ja auch einmal verarbeiten muss.
Letzten Herbst begann sich dann eine Art Zweifel oder Angst ganz langsam einzuschleichen, ob da wohl nichts mehr kommen wird!
Ich habe diese Angst zwar wahrgenommen, sie jedoch meiner Umwelt gegenüber nicht wirklich mitgeteilt, da ich es nicht als wichtigen Bestandteil meines Lebens aufkommen lassen wollte.
Dass man aber so elementare Gefühle wie Ängste, Bedenken etc. nicht einfach wegschieben kann, musste ich dann diesen Sommer erfahren, als die Angst massiver wurde.
Obwohl Ultraschall und all die anderen Kontrollen bestens in Ordnung sind, bekam ich regelrechte Angstattacken, die von mir richtig Besitz ergriffen.
Da ich den Knoten letztes Jahr selbst zufällig ertastete, habe ich das Gefühl, ich muss nun selbst dauernd "nachschauen", ob alles in Ordnung ist und drücke oftmals herum.
In so einer Situation stieg es mir vom Solarplexus ausgehend heiß auf, mir wurde schlecht und schwindlig, und ich war unfähig, etwas zu tun - war wie gelähmt.
Die Angst lähmte mich.
Beruhigt hat mich eigentlich nur, wenn ein Arzt mir versicherte, dass das, was ich da gerade ertastet hatte, lediglich ein Drüsenstrang, Gewebe oder eben sonst etwas war, woraus sich die weibliche Brust zusammen setzt.
Dieses (zwanghafte) Verhalten hat sich innerhalb der letzten Monate verfestigt, und ich kann mich in einen derartigen Strudel hinein denken, dass ich es oft kaum aushalte.
Ich leide wie ein Hund und kann einerseits kaum glauben, dass ich mich so idiotisch verhalte, kann aber andererseits aus diesem Teufelskreis nicht heraus finden.
Seit ca. zwei Monaten mache ich eine Gesprächstherapie, da ich das Gefühl hatte, dass ich das nun brauche.
Glücklicherweise kann ich mich auf einen sehr verständnisvollen und klar denkenden Mann und eine in dieser Situation tolle Tochter als Unterstützung zurück greifen.
Trotzdem bin ich fest entschlossen, aus diesem "Loch" wieder heraus zu finden, da die Qualität meines Lebens dadurch sehr beeinträchtigt ist.
Es gibt Momente, da kann ich alles so schwarz sehen, dass es einen graust!!!
Vielleicht könnt ihr mir einfach nur erzählen, wie es bei euch in ähnlicher Situation abgelaufen ist bzw. einfach nur eure Gedanken mitteilen.
Würde mich über Kommentare sehr freuen!
ich war zwar nicht in der situation wie deiner, aber
depressionen, panikattacken sind mir nicht fremd.
bei mir begann es ca. vor 5 jahren: mein damaliger freund, ein alkoholiker erzählte mir immer wieder, dass es besser wäre wenn wir uns trennen, er tat es aber nicht und ich hatte keine kraft selbst das ganze zu beenden. es begann ein monatelanges hin und her. gleichzeitig hatte ich jede menge probleme in meiner firma, die ich leite. ich wünschte mir jemanden, der mir rückhalt gab und sich in meiner freizeit um mich kümmerte, aber statt dessen hatte ich zu hause auch nur ein disaster.
dann trennte sich mein freund von mir, ich bin in ein tiefes loch gefallen, sogar urlaub und abstand von allem hat mir nicht geholfen. ich habe allen die coole starke vorgespielt und bin innerlich immer mehr zerfallen.
vor zeimlich genau 2 jahren hatte ich mein absolutes tief. ich drauf und drann mein leben und alles weg zu schmeissen. täglich nach dem aufstehen war der erste blick auf meinen terminkalender - keine termine - gut, weil dann konnte ich im krankenstand zu hause bleiben. das zog sich mehrere wochen so dahin, bis es wieder einmal krach im büro gab - ein zusammenbruch mit stundenlangen heulkrampf war die folge. eine gute freundin und kollegin machte sich fürchterliche sorgen und wollte mich motivieren mal einen neurologen aufzusuchen.
was sollte ich dort? der bring mir meinen es nicht zurück, der löst mein problem im büro nicht, was soll ich dort?
ich überlegte mir was der neurologe bewirken könnte.
mein hausarzt, mit dem ich als einzigen über meine zustände sprechen konnte, meinte auch ein neurologe könnte nicht schaden, vor allem weil wir gerade auf meinen mrt befund warteten ob bandscheibenvorfall ja oder nein (es war dann ein ja - gleich an 2 stellen)
2 wochen bin ich daheim gesessen, hin und her überlegt, was soll ich tun, will ich überhaupt was tun?
dann hatte ich vermutlich einen tag, wo es mir besser ging, ich machte einen termin beim neurologen. mit dem gefühl, mir kann niemand was einreden was ich nicht will, und niemand kann mir ausreden was mir wichtig ist, bin ich dann zu meinem ersten termin.
nach einem langen anfangsgespräch wurde mir gesagt, dass ich die lösung meiner probleme kenne, aber nicht die kraft dazu habe, diese anzugehen. mit medikamenten könnte man mir dabei helfen.
ich damals 37 habe immer wieder gesagt, wenn ich morgens tabletten brauch um aufstehen zu können, dann muss ich drastisch was ändern. tja aber was.
nach ein paar tagen entschloss ich mich es mit den antidepressiva auszuprobieren. nach ca 7 wochen bin ich das erste mal wieder gerne aufgestanden, gleichzeitig habe ich begonnen meine ernährung etwas gesünder zu gestalten. ich fühlte mich immer besser habe 32 kilo abgenommen und war ein neuer mensch.
ich dachte jetzt hast dus gepackt. leider nahm ich dann eine ganze weile statt meiner tabletten ein generica produkt, das ich nicht vertragen habe. vor einem jahr begann dann die ganze sache wieder von vorne - wollte nicht aufstehen, außer zu hause habe ich mich nirgends wohl gefühlt, ständig der gedanke, wie könnte ich mein leben am schmerzfreiesten beenden. damals begann auch massive panikattacken, weil mein ex auch noch begann zu erpressen. wie wenn ich sowas auch noch brauchen tät.
vor einem jahr habe ich meinen neurologen gewechselt, schlucke wieder mein orginalprodukt vom anfang und fühle mich seit einem halben jahr jetzt endlich mal wieder fast wie die alte, die ich mal war.
es geht mir jetzt gut, ich bin mit meinen tabletten gut eingestellt und das leben macht bis auf eine hoffnungslose und chancenlose liebe wieder spass.
eine zeitlang werde ich die tabletten noch brauchen und dann werd ich sie ganz langsam wieder absetzten.
ohne meinen neuen neurologen und den tabletten wäre ich sicher nicht mehr am leben.
aber jetzt geht es mir wieder gut.
und allein dafür hat es sich für mich als richtig erwiesen, tabletten zu schlucken.
ich wünsch dir ganz viel kraft, dass du deine schlechte phase wieder überwindest und bald wieder sagen kannst, es geht mir wieder gut.
alles liebe
griechenland